„Jugend musiziert 2024“ – Auftakt zum Landeswettbewerb am 8. März 2024

Geschäftsentwicklung

Rheinische Sparkassen 2024: Gutes Ergebnis in schwierigen Zeiten – belebtes Kredit-Neugeschäft – deutliches Einlagenwachstum

Die rheinischen Sparkassen haben im Jahr 2024 ein gutes Ergebnis erzielt. Der Jahresüberschuss beträgt 348,4 Mio. €, die so genannte Bürgerdividende knapp 860 Mio. €.

So bleiben die Sparkassen in unsicheren Zeiten weiterhin ein finanzieller Taktgeber für wirtschaftliche Entwicklung, soziales Engagement und nachhaltige Transformation im Rheinland.

Kreditvolumen leicht gestiegen – belebtes Neugeschäft

Insgesamt ist das Bilanzvolumen der 27 rheinischen Sparkassen im vergangenen Jahr um 4,3 Mrd. € oder 2,3 % auf 191,0 Mrd. € angestiegen. Auch im Kreditgeschäft mit Kundinnen und Kunden verzeichneten die rheinischen Sparkassen im Jahr 2024 leichte Zuwächse. Das Kundenkreditvolumen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Mrd. € oder 1,0 % auf 140,2 Mrd. € (2023: +0,6 %).

Blickt man dabei auf den Bestand der Kredite an Unternehmen und wirtschaftlich Selbständige, erhöhte sich dieser in 2024 leicht um 0,3 Mrd. € oder 0,4 % (2023: +1,9 %) auf 74,5 Mrd. €. Der Bestand der Kredite an Privatpersonen wuchs in 2024 ebenfalls geringfügig um 0,1 Mrd. € oder 0,1 % auf 55,5 Mrd. € (2023: -1,3 %). Private Wohnungsbaukredite verzeichneten einen Bestandszuwachs von 0,1 Mrd. € (+0,1 %). Bei Konsumentenkrediten kam es sogar zu einem marginalen absoluten Rückgang (-0,2 %; 2023: -2,2 %).

Erfreulich: Das Neugeschäft zeigte sich mit Darlehenszusagen in Höhe von insgesamt 18,8 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert (+10,1 %). Die Darlehenszusagen an Unternehmen und Selbstständige lagen mit 10,4 Mrd. € um 4,1 % über dem Vorjahreswert. Im Neugeschäft mit Privatpersonen verzeichneten die rheinischen Sparkassen nach dem starken Einbruch des Vorjahres einen Zuwachs der Zusagen von 26,0 % (2023: -38,7 %) auf 6,7 Mrd. €. Hiervon entfielen 5,6 Mrd. € (+28,2 %) auf Zusagen zur Finanzierung privater Wohnungsbaukredite und 1,1 Mrd. € (+15,8 %) auf Darlehenszusagen für Konsumentenkredite.

Insgesamt (privat und gewerblich) sind die Darlehenszusagen zur Finanzierung des Wohnungsbaus bei den RSGV-Sparkassen im Jahr 2024 um 24,2 % (2023: -39,3 %) oder 1,8 Mrd. € auf insgesamt 9,1 Mrd. € gestiegen. Die zugesagten Kreditmittel waren für Neubauten (1,7 Mrd. €) und Bestandsimmobilien (7,0 Mrd. €) vorgesehen oder sollten für die Ablösung bestehender Darlehen (0,3 Mrd. €) eingesetzt werden. Vom Gesamtbetrag der Zusagen (9,1 Mrd. €) entfielen 6,2 Mrd. € auf die Finanzierung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen.

So schön die Zuwächse im Wohnungsbau sind, können die Zahlen dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie nach wie vor von den Zahlen Anfang der zweitausendzwanziger Jahre noch weit entfernt sind und dass in einem großen Maße in Bestandsimmobilien und nicht in den Neubau investiert wurde. Zum Vergleich: Zwischen September 2019 und Juni 2022 hatte das vierteljährliche Zusage-Volumen für private Wohnungsbaukredite stets zwischen 1,9 und 2,5 Mrd. € betragen, aktuell liegt es bei 1,5 Mrd. €.

Michael Breuer, Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes (RSGV) betonte daher: „Der schleppende Wohnungsbau verschärft das gesamtgesellschaftliche Problem von zu wenig und zu teurem Wohnraum und ist ein wichtiger Faktor für die stagnierende Konjunktur in Deutschland. Deshalb kann ich an eine neue Bundesregierung nur nochmals meinen Appell wiederholen: Wir brauchen eine Wohnungsbauwende.“

Deutlich erhöhter Einlagenbestand

Eine positive Entwicklung gab es bei den Kundeneinlagen: Nach dem Rückgang im Vorjahr kam es 2024 zu hohen Mittelzuflüssen. Der Einlagenbestand erhöhte sich um 4,7 Mrd. € oder 3,2 % auf 149,1 Mrd. € (2023: -2,1 %). Die Mittelabflüsse aus dem Vorjahr konnten mehr als ausgeglichen werden. Dabei schichtete die Kundschaft in nennenswertem Umfang Anlagebeträge von Spareinlagen hin zu Termingeldern und Eigenemissionen um. Der Bestand täglich fälliger Einlagen verzeichnete ebenfalls ein deutliches Plus.

Zudem wurden die Mittelzuflüsse auch nennenswert gespeist aus Rückflüssen von den Wertpapiermärkten. Hohe Verkaufsvolumina der Kunden – vor allem im Bereich von Anleihen und Schuldverschreibungen – trugen zu einer deutlichen Verringerung des Nettoabsatzes von Wertpapieren bei.

Auch wirkten sich die hohen Tarifabschlüsse und die sinkende Inflation aus: Die teils hohen Einkommenszuwächse in Verbindung mit einer wachsenden Sparneigung der privaten Haushalte führte ebenfalls zu steigenden Einlagenbeständen.

Gutes operatives Ergebnis

Nach den Leitzinsanhebungen, die in 2023 zu dem höchsten Anstieg des Zinsergebnisses führten, das die rheinischen Sparkassen bis dahin je verzeichnet hatten, konnten sie in 2024 den Zinsüberschuss mit 4,0 Mrd. € auf einem vergleichbar hohen Niveau halten.

Die Erträge aus dem provisionsabhängigen Geschäft wuchsen erfreulich um 4,4 % und trugen 1,4 Mrd. € zum Ergebnis bei. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 3,4 %. Der Erhöhung des Personalaufwands um 6,2 % auf 1,8 Mrd. € steht ein leichter Rückgang des Sachaufwands um 0,5 % auf 1,2 Mrd. € gegenüber. Das Betriebsergebnis vor Bewertung hat sich leicht um 2,7 % auf rund 2,5 Mrd. € reduziert. Die Cost-Income-Ratio, das Verhältnis von Aufwendungen zu Erträgen, stieg um 1,5 %-Punkte auf 54,7 %.

Angesichts des herausfordernden und angespannten wirtschaftlichen Umfeldes sowie der steigenden Zahl von Insolvenzen haben die rheinischen Sparkassen ihre Risikovorsorge im Kreditgeschäft erneut erhöht. Insgesamt wurden 374,8 Mio. € für Wertberichtigungen aufgewendet.

Im Wertpapiergeschäft setzte sich in 2024 die erwartete Korrektur der hohen Abschreibungen aufgrund des Zinsanstiegs in 2022 fort. Nach 197 Mio. € Zuschreibung in 2023, wurden im vergangenen Jahr 94 Mio. € zugeschrieben.

Aus diesen Entwicklungen folgt ein Betriebsergebnis nach Bewertung der Kredite und Wertpapiere von 2,2 Mrd. €. Davon setzen die rheinischen Sparkassen knapp 1.214 Mio. € für die allgemeinen Risikovorsorge und das neutrale Ergebnis ein. Die Kernkapitalquote der Sparkassen im Rheinland verbesserte sich zum Jahresende 2024 deutlich um einen Prozentpunkt auf 16,7 %. Der Jahresüberschuss belief sich auf 348,4 Mio. €.

Bürgerdividende von knapp 860 Mio. €

Die sogenannte „Bürgerdividende“, also die Summe aus Spenden, Sponsoring, Prämien/Zweckerträgen, Stiftungs- und Gewinnausschüttungen sowie Steuern, erhöhte sich im vergangenen Jahr. Insgesamt erhielten die Menschen im Rheinland rund 857,9 Mio. € – 8,6 Mio. € mehr als 2023. Davon kamen mehr als 100 Mio. € durch Spenden, Sponsoring, Prämien/Zweckerträge und Stiftungsausschüttungen den vielfältigen Aktivitäten und Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern im Rheinland direkt zugute. Die Gewinnausschüttungen der rheinischen Sparkassen an ihre kommunalen Träger betrugen knapp 127,2 Mio. €. Die gewinnabhängigen Steuern blieben mit 629,2 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres. 327,1 Mio. € gingen als Gewerbesteuer direkt an die Kommunen.

Die rheinischen Sparkassen 2024 auf einen Blick

191,0Milliarden € Bilanzsumme
149,1Milliarden € Kundeneinlagen
140,2Milliarden € Kreditvolumen
27Sparkassen mit
549mitarbeiterbesetzten Filialen und zusätzlich
347SB-Geschäftsstellen
25.020Mitarbeiter/-innen
1.717davon Auszubildende
5,1Millionen Girokonten
5,7Millionen Sparkassen-Cards
1,13Millionen MASTERCARDs
0,09Millionen VISA-Cards
2.126Geldausgabeautomaten
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