„Jugend musiziert 2024“ – Auftakt zum Landeswettbewerb am 8. März 2024

Grußwort Ulrich Voigt

Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn und Landesobmann der rheinischen Sparkassen

„Die Sparkassen nehmen Jede und Jeden mit.“

Auf den ersten Blick klingt das Leitmotiv dieses Jahresberichts schlicht. Doch gerade darin liegt seine Kraft. Denn dieser Satz ist mehr als ein Versprechen. Er beschreibt eine Haltung, die unsere Gesellschaft, unsere Demokratie und unser Miteinander trägt.

Umso mehr sorgt mich, dass genau diese Grundhaltung gesamtgesellschaftlich an Bedeutung verliert. Nicht bei uns Sparkassen. Aber in unserem Umfeld erleben wir Entwicklungen, die uns aufhorchen lassen sollten.

Demokratie braucht Zugehörigkeit

Wir sehen eine Gesellschaft, die an vielen Stellen auseinanderdriftet. Steigende Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Unsicherheit und digitale Umbrüche setzen viele Menschen unter Druck. Was für die einen Fortschritt bedeutet, wird für andere zur Hürde. Doch wer das Gefühl hat, den Anschluss zu verlieren, verliert oft auch Vertrauen in Fairness und die eigene Gestaltungskraft. Und wo Vertrauen schwindet, gerät der demokratische Zusammenhalt ins Wanken.

Denn Demokratie lebt nicht nur von Wahlen und Institutionen. Sie lebt davon, dass Menschen sich zugehörig fühlen, Chancen sehen und erleben: Ich zähle. Wird dieses Fundament brüchig, verhärtet sich das gesellschaftliche Klima. Debatten werden schärfer, Positionen unversöhnlicher, Gräben tiefer. Und allzu oft geraten gerade diejenigen aus dem Blick, die Unterstützung am dringendsten brauchen.

Zusammenhalt stärkt auch die Wirtschaft

Die Studie „Wie Gesellschaften gelingen“ des Roman Herzog Instituts zeigt außerdem: Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist nicht nur sozial wertvoll, sondern wirtschaftlich entscheidend. Wo Vertrauen, Teilhabe und verlässliche Institutionen wachsen, wachsen auf Dauer auch Leistungsbereitschaft, Investitionen und Entwicklungskraft. Wo sie schwinden, geraten nicht nur sozialer Frieden und demokratische Stabilität unter Druck, sondern auch Wohlstand und Zukunftsfähigkeit. In gesellschaftlichen Zusammenhalt zu investieren, ist deshalb kein Idealismus. Es ist Vernunft. Es ist Verantwortung. Es ist wirtschaftlich klug.

Gerade deshalb ist unser Auftrag heute aktueller denn je. Wenn Teilhabe brüchig wird, braucht es Institutionen, die verlässlich bleiben. Wenn Menschen den Anschluss zu verlieren drohen, braucht es Partner, die die Hand reichen.

Keine Floskel, sondern Haltung

Wir als Sparkassen übernehmen diese Verantwortung – Tag für Tag. Mit Beratung, die Lebenswirklichkeiten in den Blick nimmt. Mit Präsenz vor Ort, auch dort, wo andere sich zurückziehen. Mit Angeboten für junge Menschen, Familien und Seniorinnen und Senioren. Wir fördern Gründungen, begleiten Unternehmensnachfolgen, sichern Arbeitsplätze und finanzieren Investitionen in Innovation, Transformation und Zukunftsfähigkeit. Zugleich engagieren wir uns über das Bankgeschäft hinaus für Demokratie, Soziales, Kultur, Bildung, Sport und Umweltschutz.

Das ist kein Nebeneffekt unseres Handelns, sondern sein Kern. Es ist Ausdruck unseres öffentlichen Auftrags und unseres Verständnisses von Verantwortung. „Jede und Jeden mitzunehmen“ ist deshalb keine Floskel. Es ist eine Haltung. Mehr noch: Es ist eine demokratische Haltung.

Unsere Antwort auf Zukunftsfragen

Wenn wir über die Zukunft der Sparkassen sprechen, dann sprechen wir nicht nur über Finanzdienstleistungen. Wir sprechen über die Fragen: Wie gelingt unsere Gesellschaft? Wie kann unsere Wirtschaft in Deutschland wieder wachsen? Und unsere Antwort ist klar: indem wir Jede und Jeden mitnehmen. Denn Zukunft darf kein Gefühl für Wenige werden.

Ihr
Ulrich Voigt

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