Voranbringen
Nachhaltigkeit allüberall.
Dritter Bankentag NRW
Beim dritten Bankentag NRW diskutieren Ende März 2023 auf Einladung der vier kreditwirtschaftlichen Verbände in Nordrhein-Westfalen rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Kreditwirtschaft, Unternehmen und Verbänden unter dem Motto „Transformation gemeinsam gestalten“ in den Räumlichkeiten der NRW.BANK die Herausforderungen des Transformationsprozesses in NRW.
In den Austausch traten die Veranstalter unter anderem mit Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Marcus Optendrenk, Minister der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen, Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Mark Branson, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und Dr. Sabine Mauderer, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank.
Die nordrhein-westfälische Kreditwirtschaft rief anlässlich des dritten Bankentages NRW zu einer gemeinschaftlichen Kraftanstrengung auf, um den enormen Finanzierungsbedarf bei der nachhaltigen und digitalen Transformation der nordrhein-westfälischen Wirtschaft zu bewältigen. Der Bankenverband NRW, der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen und die beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände betonten ihre Entschlossenheit, ihren Beitrag dazu zu leisten. Sie machten allerdings deutlich, dass dazu auch eine Optimierung der Rahmenbedingungen gehöre.
Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte: „Unser Ziel ist es, Nordrhein-Westfalen zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas zu machen. Dafür brauchen wir gute Rahmenbedingungen für Investitionen und Innovationen. Der Erfolg unserer stark mittelständisch geprägten Wirtschaft hängt auch davon ab, dass sie solide und vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten erhält. Dafür sind die Unternehmen auf die Unterstützung der nordrhein-westfälischen Banken angewiesen.“
Die Transformation zu einer klimaneutralen und digitalisierten Wirtschaft erfordert einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der vier Verbände zufolge jährlich Finanzmittel von bis zu 70 Mrd. Euro. Damit der Umbau der Wirtschaft gelinge, müssten die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Unternehmen und Kreditinstitute in die Lage zu versetzen, entsprechende Investitionen stemmen beziehungsweise finanzieren zu können, betonten die Spitzenvertreterinnen und -vertreter der Verbände.
Michael Breuer unterstrich, dass die in den vergangenen drei Krisenjahren in NRW gefundenen Strukturen der Zusammenarbeit weiter genutzt werden sollten: „Mit dem Ausbruch der Corona-Krise sind wir in NRW zusammengerückt und haben schnell und unkompliziert eine Taskforce gegründet, in der alle relevanten Akteure reibungslos und vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Es wäre deshalb geradezu töricht, würden wir jetzt bei der anstehenden Herkulesaufgabe der Transformation, insbesondere bei der Frage ihrer Finanzierung, diese in krisenhaften Zeiten gewachsenen Strukturen nicht weiter nutzen.“
Weiterhin machte er deutlich, dass die milliardenschweren Zukunftsinvestitionen nur dann umsetzbar seien, wenn neben öffentlichem auch privates Kapital mobilisiert werden könne. Regulierung müsste da überprüft und ggf. angepasst werden, wo sie dies verhindere. Ökologische Transformation werde zudem nur gelingen können, wenn möglichst vielen Unternehmen der Weg von einer „braunen“ zur „grünen“ Industrie möglich wäre. „Wir müssen beziehungsweise wollen auch Unternehmen finanzieren, die heute noch nicht nachhaltig sind, sich aber nachvollziehbar auf den Weg gemacht haben. Dafür brauchen wir entsprechende Flexibilität. Taxonomie muss sie unterstützen und nicht bremsen.“